Dienstag, 12. April 2011

Daran erkennen Sie gute Kinderkrippen

ist die Überschrift eines Artikels auf den Webseiten der Zeitschrift <Eltern>.
Zunächst muss man sagen, dass der Terminus <Kinderkrippe> etwas anheimelndes vortäuscht, es erinnert an die Krippe von Jesus im Stall von Bethlehem. Dort waren allerdings Vater und Mutter, sowie Ochs und Esel um die Krippe herum.


Das hat mit unseren Kinderkrippen folglich überhaupt nichts gemein. Der Ausdruck ist daher schon mal vollkommen irreführend.













Kinder brauchen in den drei ersten drei Lebensjahren ihre Mutter (und Vater) hautnah. Aus dieser Sicherheit heraus entwickeln die Kleinen tragfähige soziale Beziehungen und nicht aus dem Machtkampf jeder gegen jeden in der Kinderkrippe. Dort gilt es, meistens mit allen Mitteln, Aufmerksamkeit, und sei es auch verquere, von den Kindergärtnerinnen zu bekommen.
Unklar, warum unsere (meist unbewusst agierenden Politiker) mit das Schlimmste aus den DDR-Beständen übernommen haben?
Ich zitiere aus dem <Eltern-Artikel>: <Krippe ist nicht gleich Krippe>.Wie wahr! Siehe den Vergleich mit Bethlehem. Dann geht es weiter: <Damit Sie ein gutes Gefühl haben, wenn Sie Ihr Kind in die Krippe bringen>. Das kann nicht sein, dass eine Mutter (und Vater) wirklich ein gutes Gefühl haben, ausser sie haben ihr Gefühl ganz abgewürgt, sich von den Medien verblenden lassen. Weiter im Text: <und damit sich Ihr Kind wohlfühlt und gut aufgehoben ist>. Das wäre nur möglich, wenn zuhause die Hölle los wäre. Dann: <sollten Sie bei der Auswahl der Krippe auf ein paar wichtige Dinge achten.>. Nämlich die Kinderkrippe links liegen lassen und sich verantwortlich für die Erziehung des eigenen Kindes fühlen.

Ich hatte genügend ehemalige Kindertagesstättenkinder in meinen Psychotherapie-Kursen, sowohl aus der BRD als auch DDR, ich weiss wovon ich spreche. Die Primärtherapie ist der Versuch, die verletzten Gefühle dieser Kinder als Erwachsene nun sich trauen zu fühlen.

Kommentare:

  1. Das sind klare Worte, kann ich sofort unterschreiben. Frankreich wird oft als leuchtendes Beispiel angeführt, das sei da so toll, die Kinder ab 4 Monaten in der Krippe, die Mütter können sofort wieder arbeiten gehen usw. Habe dort des öfteren mit jungen Müttern gesprochen, denen es zwar (angeblich) das Herz gebrochen hat, ihre Säuglinge den ganzen Tag wegzugeben, aber das liebe Geld, man muss den Kleinen doch etwas bieten, Haus bauen etc, dabei wollen die doch am liebsten Mama und Papa! In den französischen Schulen geht es mittlerweile drunter und drüber, weil die Kinder oft erstens schlecht erzogen sind und zweitens so viel verquere Aufmerksamkeit durch Stören im Unterrricht usw von den Lehrern wollen. Die Eltern - mit ihrem schlechten Gewissen - stärken dann meist ihren Kindern noch den Rücken.

    Den Hinweis zu der Krippe von Bethlehem find ich gut, war mir gar nicht klar, wie raffiniert und unverschämt.

    AntwortenLöschen
  2. In der Tat raffiniert und manipulativ der Begriff Kinderkrippe, größer könnte der Gegensatz wohl kaum sein, zwischen der Familie in Bethlehem und der Realität in den meist überfüllten Kinderverwahrungsstätten.
    Absurd ist noch dazu, dass ein solcher Kitaplatz so teuer kommt, dass er sich oftmals gerade so durch den Mehrverdienst der arbeitenden Mutter decken lässt - wäre es da nicht viel sinnvoller, entspannter und zum Wohle von Kind und Mutter (weniger Schuldgefühle), wenn sie doch gleich zuhause beim Kind bliebe, anstatt sich für eine fragwürdige gesellschaftliche Anerkennung (Karriere trotz Kind, Powerfrau) aufzureiben.

    AntwortenLöschen
  3. Nichts Neues, oder? Frage ist nur, warum sich das gesellschaftlich nicht weitreichend durchsetzt? In der Wissenschaft ist das schon seit langem bekannt, es gibt etliche Primärquellen zu dem Thema, doch warum machen es viele Mütter und Väter noch immer oder immer wieder falsch?!
    Weil sie Existenzängste haben/bekommen, wenn so ein Kind "plötzlich" da oder geplant ist. Warum bekommen sie in einem Gesellschaftssystem, dass so viel wert auf soziale Sicherheit legt überhaupt Existenzängste und arbeiten sich in Folge (Karrierestreben) zu Tode? Weil das ganze System auf wackeligen Beinen steht, da der direkte Bezug zu den Quellen unserer existentiellen Bedürfnisse verloren gegangen ist. Doch zurück zur Steinzeit will dann auch nicht jeder! Daher hängt es individuell von jedem einzelnen ab, ob er die finanziellen und sozialen Ressourcen hat um seine existentiellen Bedürfnisse, sprich in dem Fall (Mutter-Kind zu Hause) in unserem Gesellschaftssystem durchzusetzen ohne sich dabei restlos aufzuopfern. Politik hinkt immer hinterher.

    AntwortenLöschen
  4. "Primaerquellen", interessant! Ist das sowas wie Quellen aus der "Primaertherapie"? Die wuerd ich gerne mal lesen!
    ein paar Argumente fuer Kindertagesstaetten:
    Kinder lernen soziale Kompetenzen durch die Interaktion mit anderen Kindern.
    Viele Elternhaeuser bieten der Kindern leider NICHT das was sie brauchen (z.B. interlektuelle Stimulation)
    Bestes Beispiel: Ich. War immer im Kindergarten, hab viele Freunde aus der Zeit, meine Mutter hatte mich trotzdem lieb und heute bin ich ein selbst denkender, kritischer Mensch mit dem hoechsten akademischen Grad.

    AntwortenLöschen