Mittwoch, 11. April 2012

Psychopharmaka

Psychopharmaka haben wohl ihren Wert bei psychotischen Erkrankungen wie manisch-depressive Erkrankungen, schizophrenen Erkrankungen oder Borderline Störungen. Hier erlauben diese Medikamente den Menschen, eine gewisse Lebensqualität aufrecht zu erhalten, einer geregelten Arbeit oftmals nachzugehen und auch sozialen Kontakt zu pflegen.
Aber oftmals werden diese Psychopharmaka von Ärzten leichtfertig verschrieben, wenn jemand was ängstlich durchs Leben geht oder sich niedergeschlagen fühlt. Da werden dann Stimmungsaufheller verschrieben und Pharmaka, welche die Angst dämpfen. Fasst alle Psychopharmaka haben aber starke Nebenwirkungen, das ist den Patienten meistens nicht so deutlich.

Ich möchte hier aber nicht die Ärzte schelten, sondern ich weise darauf hin, dass letztendlich jeder für seine Gesundheit allein verantwortlich ist, d.h. dass man auch selber entscheidet, welche Medikamente man zu sich nimmt, man sein eigener Arzt auch sein muss.
Wenn jemand leichtfertig Psychopharmaka nimmt (also nicht die eingangs genannten Erkrankungen hat), steht die Idee dahinter, dass auf wundersame Weise die psychischen Verwerfungen sich durch ein Medikament auflösen. Dies ist aber nicht der Fall. Vorübergehend kann eine Erleichterung am Arbeitsplatz eintreten, auch mit den sozialen Kontakt kann es kurzfristig wieder bergauf gehen, all das ist aber nur ein momentanes Phänomen, hält nicht lang an.
Viele Menschen setzten auf eigenen Antrieb hin, insbesondere wegen der desaströsen, Nebenwirkungen, ohne Konsultation des Arztes die Psychopharmaka wieder ab. Das ist meist der Schritt in die richtige Richtung. Denn diesen Menschen wird klar, dass Sie sich durch ihre Psyche selbst durcharbeiten müssen, die unangenehmen Gefühle auf sich nehmen müssen, dass ihnen diese Aufräumarbeiten kein Psychopharmaka abnehmen kann. Ein Psychotherapeut kann  in diesem Fall hilfreich sein.

Kommentare:

  1. Ja scheint genau so zu sein, wenn man sich in GB und Österreich sich umhört. Gott sei Dank, gibt es immer wieder Bekannten oder Erzählungen, wo die Menschen eben selber absetzen. Leider war es meistens so, dass die Personen keinerlei begleitende Therapie/Beratung angeboten wurde bzw. es wurde in vielen Fällen abgeraten da tiefer hinzuschauen.

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  2. Der Artikel von Herrn Munk spricht was Wichtiges an, was man sonst in dieser klaren Form nur selten zu hören bekommt. Ich habe mehrmals gesehen, dass Fachpersonal, z.B.Ärzte entweder der Psychotherapie keinen Wert beimessen und/oder fürchten, den Patienten dessen ureigenste Gefühle "zuzumuten". Die Biologische Psychiatrie ist auf dem Vormarsch, leider gerade auch in Österreich trotz seiner weltweit anerkannten Psychotherapie-Pionieren. Ärzte werden von den Pharma-Konzernen stark umworben und um sich für andere Möglichkeiten zu interessieren, bleibt oft wenig Anlass/Zeit, wenn die (Psycho-)Pharmaka als einfache, gut wirkende "Heilsmittel" beworben werden. Ansonsten war in der Geschichte der Psychiatrie die Entdeckung und Entwicklung moderner Psychopharmaka für die Patientengruppen, die vom Diplom-Psychologen Munk genannt wurden, ein Segen für ein etwas menschenwürdigeres Dasein.

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  3. Zu Borderlinstörungen gibt es schon etliche Hintergrundinformationen in der Wissenschaft, die den Menschen helfen ihre Gedanken besser zu verstehen....und im Gesamtzusammenhang zu sehen in der sie sich befinden. http://www.springerlink.com/content/gxx1529t71x4m835/ Ein Artikel, der zum Bsp. aufgreift, was in der Primaertherapie bzw. im christlichen Glauben tief verankert ist, dass die Frau sich um Kinder und das Wohlergehen der Familie kümmert, während der Mann eher arbeiten geht. In unserer heutigen Gesellschaft wird das genaue Gegenteil propagiert, gleichberechtigung und so weiter. Aus meiner Sicht eine Diskussion die durch die Verhütungsmittelindustrie entstanden ist und damit die ureigensten Gefühle der Menschen durcheinander gebracht hat bzw. sie oftmals unter permanenten Existenzstress gesetzt hat...was dann zu Borderline-Störungen führen können. Ich denke die Einnahme von Psychopharmaka verschlimmert nur das Leben auf lange Sicht von solchen Personen, weil sie sich ihrer Existenzangst nie bewusst stellen und damit dann auch ihren ureigensten Gefühlen. Eine Psychotherapie kann daher auch eine Lösung für solche "Krankheiten" sein, über die es mittlerweile in der biologischen Wissenschaft genug Aufklärung gibt und damit zu einer Entkrankifizierung zu einer Aufklärung über die Abhängigkeit von unseren Gefühlen von Situationen und außeren Bedingungen führt. Natürlich bleibt immer die Frage, welches Gefühl einen in solch eine Situation gebracht hat und war dieses Gefühl ein Ureigenes?

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